Lebenszeichen!!! Ich hatte zwar zwischendurch an viele von euch eine Mail bezüglich der Situation hier in Bangkok geschickt, aber die ersten Klagebekunden über unzureichende Einblicke in mein Leben holen mich trotzdem langsam ein, also hier ein kurzes update.

How to understand red shirt land?
Eine Woche nicht zur Arbeit kommen müssen, dass klang erst mal toll, allerdings nur auf den ersten Blick. Das Ministerium für Bildung hatte alle Schulen aufgrund der Krisensituation hier in Bangkok geschlossen und die Bevölkerung dazu aufgefordert sich nur in direkter Umgebung der eigenen Wohnung aufzuhalten. Was hieß das für Liss und mich? Mehr oder weniger den ganzen Tag am Pool liegen, Lesen, Gossip Girl gucken, zur Massage gehen etc. und sich von Tag zu Tag schlechter fühlen, weil man genau weiß, dass wir in unserem Condominiumcomplex in einer kleinen Fakewelt leben, während sich auf den Straßen Bangkoks die Menschen Straßenschlachten lieferten und gegenseitig umgebracht haben. Ich wollte ursprünglich einen Freund in Laos besuchen, aber mein Reisepass lag natürlich bei der indischen Botschaft, welche auf Grund der Sicherheitslage geschlossen hatte und mit Verhängung der Ausgangsspeere fuhren auch keine Nachtbusse mehr und das Thema hatte sich endgültig erledigt.
Ich könnte jetzt noch Lange was darüber erzählen was meine Einschätzung zu der ganzen Thematik ist, was meine Thai Freunde denken etc., aber dabei würde es sich dann wahrscheinlich um einen riesigen Aufsatz handeln, so for further information befragt mich lieber über Skype oder ones I´m back in Berlin.
Lasst mich nur so viel gesagt haben, die Deutschen Medien haben mich stark enttäuscht, eine neutrale Berichtserstattung gab’s da noch am ehesten beim BBC. Insbesondere ein Artikel der Zeit, eine Zeitung die ich normaler Weise sehr schätze, hat mich schockiert: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-05/thailand-bangkok-gewalt
Gut gemeint versucht der Autor die Regierung zu kritisieren, was viele der großen Zeitung eindeutig verpasst haben, verdreht dabei allerding leider die Wirklichkeit und schafft es anscheinend nicht seinen Standpunkt durch Argumente die auf den wahren Begebenheiten beruhen, zu stützen.

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Mir persönlich wurde das Ganze dann etwas unheimlich, als die curfew einsetze, die Thais wie verrückt angefangen haben sämtliche Lebensmittel aufzukaufen, unser Handynetz und der Strom abgestellt wurden. Tägliche SMS von Thai Freunden meinem Vermieter, sowie der Schule und der deutschen Botschaft wann und wo man sich nicht aufhalten darf, wahren da auch nicht so hilfreich. Letztendlich habe ich mich aber größtenteils eher schlecht gefühlt, als wirklich Angst zu haben. Viele meiner Freunde werden hier noch ihr ganzes Leben wohnen, für sie ist es viel mehr als eine gewaltsame Auseinandersetzung von zwei politischen Lagern, in irgendeinem Land in dem sie mal ein Jahr gelebt haben, es ist die Zukunft….! Ich wäre im Zweifelsfall einfach ausgeflogen worden, eine ziemlich beängstigende Vorstellung, wenn man bedenkt, dass ich einigen der Menschen hier inzwischen wirklich nahe stehe.
Langer Rede kurzer Sinn, nach ca. 10 Tagen, vielen Toten, tausenden Verletzten und einer Stadt in der nun bedeutende Teile in Trümmern liegen, unter anderem mein Lieblingsbuchladen und die größte Mall der Stadt sind in Flammen aufgegangen, kehrte langsam wieder Normalität ein. Die curfew wurde auf die nächste Woche ausgeweitert, was uns allerdings nicht daran hinderte endlich mal wieder tanzen zu geben – das entsprechende curfew Angebot mit Partys von 9pm – 6am gab es auf jeden Fall.
Interviews geben während der Krise war zwar eine interessante Erfahrung, aber endlich Mal nützlich gefühlt habe ich mich, als wir am ersten Wochenende nach der Krise beim „Clean up BBK“ , dabei waren. Durch Facebook , Universitäten und verschiedenste Verbände organisiert trafen sich hunderte Menschen im Lumpini Park, wurden in Gruppen aufgeteilt und begannen die ganze Stadt zu putzen.
Ich und Liss waren bei der Rama 4 dabei, die Straße auf der tausende red shirts über Wochen gelebt hatten und über Nacht alles stehen und liegen lassen mussten. So hievten wir für Stunden Tonnen an, vergammelten Essen, Kleidung, Kochtöpfen, ganze Matratzen, tote Tiere und jede Menge anderes ekliges Zeug in Müllsacke und später in Müllautos, stets verflogt von Kamerateams, da wir welche der wenigen/einzigen Ausländer waren, die mitgeholfen haben. Ich fand es natürlich ätzend, aber zu mindestens die Verkäuferin in unsere Lieblingsrestaurant hat sich äußert darüber gefreut uns im Thai-TV zu sehen.

Bau auf, bau auf deutsche Jugend, just saying…. Liss die Putzfrau, obwohl es irgendwie auch was von Zahnarztassistentin hat..
Skurril und erschreckend fand ich, dass einige Thais, trotzdem wir uns freiwillig zum aufräumen gemeldet hatten noch vor dem Schmutz beschützen wollten. „ You can´t touch this Miss, your skin gets dirty miss etc.“ , wenn wir allerdings argumentierten, das s wir auch in Bangkok leben und deshalb helfen wollen, haben sie sich meisten Einheimischen gefreut und diese Aussage akzeptiert. Über Handschuhe und Mundschutz die ausgeteilt wurden habe ich mich trotzdem nicht beklagt und am nächsten Tage hatte ich richtig Rückenschmerzen und wurde von Alpträumen über Maden die beim Aufräumen in meine Hände kriechen geplagt, auch wenn das jetzt kleinmädchen-mäßig klingt, es war echt eklig zum Teil. Als Entschädigung gab es kostenlos Essen und Trinken z.B. von McDonalds, dem Weltretter-Konzern schlecht hin

...der schon etwas spaßigere Wasserspritzpart...
So, dass ist jetzt doch länger als gedacht geworden also folgt nun wirklich die short version. Bangkok = 9 days to go, ich kann nicht fassen, dass es schon vorbei ist. Luca und Max sind pünktlich zum curfew Ende wieder in Bangkok angekommen, Abschied gab es in meiner Lieblingsgallerie mit großatigem DJ-Set aus Japan, tolle Nintendo Gameboy –mix ups: http://www.myspace.com/baifanmusic.
“]

We feel so artsy fartsy :

Liss, Mira, Jimmy
Ansonsten nimmt das Leben hier so seinen Lauf und man versucht noch irgendwie so viel wie möglich mitzunehmen, obwohl es sich bei mir eher um mit Freunden treffen als um Kultur pur handelt: Bowling, Eis essen, Ausstellungseröffnungen, Karaoke, FleaMarkets, Farewell Partys, auf dem Chatuchak shoppen gehen, Konzerte sehen, Abendessen mit Kollegen und Aufführung im Kindergarten, beinahe mit dem Taxiboot untergehen, welches aufgrund von Monsunregen gegen die Wand gefahren ist nicht zu vergessen + 6 tägiger Besuch von Couchsurfer Jimmy, den ich in Malaysia kennen gelernt hatte. Jetzt wo es vorbei ist finde ich mich auch langsam in den Lehrerrhythmus ein: um 10pm schlafen um 5am aufstehen und am Wochenende anders herum, jiha!!
So far, I try my best diesmal schneller was Neues zu posten!
xoxo Mira :]

CS bowling...

Karaoke...